{"id":435,"date":"2020-01-31T11:16:39","date_gmt":"2020-01-31T11:16:39","guid":{"rendered":"http:\/\/jeshua.net\/de\/wp\/?p=435"},"modified":"2020-01-31T11:16:39","modified_gmt":"2020-01-31T11:16:39","slug":"alles-ist-so-wie-es-sein-soll-oder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jeshua.net\/de\/artikel\/alles-ist-so-wie-es-sein-soll-oder\/","title":{"rendered":"Alles ist so, wie es sein soll, oder?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>von Pamela Kribbe<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Das sollte so sein&#8220;, &#8222;Da muss eine h\u00f6here Absicht hinter liegen&#8220;, &#8222;Alles ist genauso, wie es sein soll.&#8220; Bemerkungen, die schnell gemacht werden unter den der Spiritualit\u00e4t Zugeneigten. Oft werden solche Bemerkungen angesichts von Situationen oder Geschehnissen gemacht, die unverst\u00e4ndlich, tragisch oder grausam erscheinen. Unf\u00e4lle, Krankheiten, ernsthafte R\u00fcckschl\u00e4ge testen unseren Sinn f\u00fcr Gerechtigkeit. Warum passiert das mir, warum musste das passieren? Die Annahme, dass hinter allem, was passiert, eine h\u00f6here Ordnung wirkt, eine g\u00f6ttliche Hand, die uns gut will, ist beruhigend. Aber ist das wahr?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee, dass alles passiert, wie es soll, ist eine bestimmende Annahme: sie sagt aus, dass es da eine h\u00f6here Kraft gibt, die vorherbestimmt, was in unseren irdischen Leben passieren soll. Diese h\u00f6here Kraft mag Gott sein oder Deine Seele oder H\u00f6heres Selbst. Die Idee, dass wir als menschliche Wesen einen freien Willen haben und freie Entscheidungen treffen k\u00f6nnen, ist dadurch ernsthaft betroffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dadurch entsteht ein Paradox: von einem spirituellen Weltbild ausgehend, betrachten die meisten Menschen ihre Macht Entscheidungen zu treffen und Verantwortung f\u00fcr ihr Leben zu \u00fcbernehmen als essentiell f\u00fcr die, wer sie sind. Wenn es nicht f\u00fcr diese Macht w\u00e4re, w\u00fcrde die ganze Annahme&nbsp;<em>von innerem Wachstum und Transformation<\/em>&nbsp;obsolet. Gleichzeitig gibt es da die Aussage, die sich oft wie eine Anrufung anh\u00f6rt, dass &#8222;alles so ist, wie es sein soll&#8220; oder wie andere es ausdr\u00fccken, &#8222;alles ist in der g\u00f6ttlichen Ordnung&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese &#8222;gute Nachricht&#8220;, dass alles&nbsp;<em>wirklich<\/em>&nbsp;so l\u00e4uft, wie es sein soll, erstaunt und nervt mich gleicherma\u00dfen. Erstens gibt es ein massives Leiden auf der Erde, was durch einen Blick in irgendeine Zeitung an irgendeinem Tag offensichtlich wird.&nbsp; Es existiert ein intensives Leiden auf den physischen, emotionalen und spirituellen Ebenen vieler, vieler menschlicher Wesen, und auch in der Natur. Wie kann dann alles so sein, wie es sein soll?<\/p>\n\n\n\n<p>Zweitens gibt es das weiter oben angesprochene Paradox, dass freier Wille und Vorbestimmung nicht wirklich gut zusammen gehen. Das ist ein Punkt, der es wert ist in Betrachtung gezogen zu werden, wenn Du den Punkt anbringst, dass alles gut und in der g\u00f6ttlichen Ordnung ist. Drittens habe ich festgestellt, dass diese Botschaft oft mit einem typischen Hauch von Mitleid, einer Art spiritueller Herablassung einher geht, so in etwa wie: &#8222;Ach Kind, ich sehe, Du verstehst das nicht, gefangen in den allzumenschlichen Zweifeln und Stimmungen und Emotionen, aber da gibt es tats\u00e4chlich eine h\u00f6here Bedeutung hinter all dem, was passiert und eines Tages wirst auch Du es begreifen.&#8220; Menschen meinen es oft gut, da bin ich sicher, aber trotzdem&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich 2010 gerade von einer ernsthaften Depression mit psychotischen Episoden geheilt war und immer noch damit k\u00e4mpfte, mit dieser schrecklichen Erfahrung zurecht zu kommen, sagte jemand zu mir: &#8222;Es ist ziemlich offensichtlich, dass Du durch diese Erfahrung gehen&nbsp;<em>musstest<\/em>&nbsp;und dass die Absicht darin lag, dass es Dir erm\u00f6glichte, jetzt Menschen mit \u00e4hnlichen K\u00fcmmernissen zu helfen.&#8220; Ich konnte auf diese Bemerkung nicht antworten, weil es mir den Atem verschlagen hatte, aber sp\u00e4ter wurde mir klar, dass darin drei implizite Unterstellungen verborgen waren:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Die Depression war&nbsp;<em>vorherbestimmt<\/em>&nbsp;und ich h\u00e4tte sie nicht verhindern k\u00f6nnen,<\/p>\n\n\n\n<p>2. Es passierte&nbsp;<em>zu meinem eigenen Besten<\/em>, auch wenn es sich schrecklich angef\u00fchlt hat, und<\/p>\n\n\n\n<p>3. Die&nbsp;<em>spirituelle Absicht<\/em>&nbsp;hinter all dem war, dass es mich zu einem besseren Lehrer und Heiler f\u00fcr andere Leute machen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die letzte Unterstellung warf mich augenblicklich in ein M\u00e4rtyrerdasein. Was&nbsp;<em>tats\u00e4chlich<\/em>&nbsp;passiert ist, war, dass ich mich selbst geopfert hatte und f\u00fcr die Rettung von anderen durch die H\u00f6lle gegangen war. Auweia! Es ist ja auf eine Art schmeichelhaft, so auf ein Podest gestellt zu werden, aber ich kann mir vorstellen, dass es schwierig ist, da oben die Balance zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was gegen diese drei Unterstellung sprach, war der gro\u00dfe Abstand zwischen dem, wie ich mich gef\u00fchlt hatte in dem, was passiert war und der &#8222;tats\u00e4chlichen&#8220; spirituellen Wahrheit. Was sich zutiefst schlecht f\u00fcr mich angef\u00fchlt hatte, sei &#8222;wirklich&#8220; eine gute Sache; was ich am meisten versucht hatte zu vermeiden, sollte &#8222;wirklich&#8220; vorherbestimmt sein und was ich w\u00e4hrend meiner Depression als mein pers\u00f6nliches Gericht empfand, w\u00e4re in &#8222;Wirklichkeit&#8220; etwas, was ich auf mich genommen h\u00e4tte, um ein besserer Lehrer f\u00fcr andere zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00c4rger, die Traurigkeit und den Schrecken, den ich anschlie\u00dfend \u00fcber das f\u00fchlte, was mir passiert war, w\u00e4ren einfach die Ausschweifungen meines Ego, das sich nicht der h\u00f6heren Ordnung der Dinge unterwerfen konnte. Dieses Beispiel zeigt eine generelle Richtung der Begr\u00fcndungen, die auf viele verschiedene Situationen angewendet werden kann. Die generelle Tendenz ist es, eine Situation oder ein Geschehen, die im ersten Moment schrecklich tragisch oder absurd erscheint, sie dann mit einem spirituellen Dogma zu beruhigen, dass &#8222;Dinge immer genau so sind, wie sie sein sollen&#8220; oder &#8222;es gibt eine g\u00f6ttliche Ordnung, die die Dinge lenkt, so ist auf einer tieferen Ebene alles in Ordnung.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Was machen wir mit so einem typischen Beruhigungsversuch? Die Annahme, dass alles vorherbestimmt ist und sich entsprechend dem g\u00f6ttlichen Willen entfaltet, kann auf logische Weise nicht widerlegt werden. Es ist eine unwiderlegbare metaphysische Forderung, die durch empirische Beweise weder gef\u00e4lscht (noch best\u00e4tigt!) werden kann. Trotzdem steht sie in Konflikt mit dem tief empfundenen Gef\u00fchl, dass wir f\u00e4hig sind, unser Leben zu beeinflussen, dass wir freien Willen haben und die Macht der Wahl. Die Annahme, dass &#8222;alles gut so ist, wie es ist&#8220; oder &#8222;alles ist, wie es sein soll&#8220; steht im Konflikt mit unserem t\u00e4glichen Leben. Wann immer ein spirituelles Dogma sich offensichtlich im Gegensatz mit dem gesunden Menschenverstand befindet, mit unserem t\u00e4glichen Bauchgef\u00fchl, geht in mir eine rote Flagge hoch. Ich glaube, dass wahre Spiritualit\u00e4t in ziemlicher \u00dcbereinstimmung mit unseren nat\u00fcrlichen Instinkten und Intuitionen ist. Mehr noch, ich glaube, dass wir uns erst&nbsp;<em>durch unsere f\u00fchlende Natur<\/em>&nbsp;mit unserer Seele verbinden. Viel mehr als der Verstand und die Ideologien, die er hervorbringt, ist es das Herz, der Ort unserer Gef\u00fchle und Intuitionen, das den Zugang zu der spirituellen Wahrheit schafft. Wann immer es eine L\u00fccke zwischen dem gibt, was sich f\u00fcr Dich urspr\u00fcnglich gut und wahr anf\u00fchlt und dem, was eine spirituelle Lehre als wahr und gut zu sein angibt, w\u00fcrde ich immer zuerst die menschlichen Gef\u00fchle als den passenden Pr\u00fcfstein w\u00e4hlen. Die Haltung von herablassender \u00dcberlegenheit, mit der solche der Intuition widersprechenden spirituellen Aussagen getroffen werden, hilft auch nicht weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was dann? Wenn Dinge nicht vorherbestimmt sind, wenn keine h\u00f6here Bedeutung hinter all dem steckt, was passiert, ist dann das Leben nicht viel mehr als ein Spiel des Zufalls? Gibt es keine gr\u00f6\u00dfere Geschichte, keinerlei sinnvolle Absicht dahinter? Und wenn alles frei und offen ist und Du immer noch an Gott glaubst, warum erlaubt Gott so viel Schmerz und Leiden; was w\u00fcrde die Erkl\u00e4rung daf\u00fcr sein? Ich w\u00fcrde gerne argumentieren, dass es spirituell bedeutsame Gr\u00fcnde daf\u00fcr&nbsp;<em>gibt<\/em>, warum Dinge so passieren, wie sie passieren, aber das bedeutet nicht, dass das, was passiert, gut und richtig ist. Es gibt Gr\u00fcnde f\u00fcr alles, aber das impliziert nicht, dass es&nbsp;<em>h\u00e4tte passieren sollen<\/em>. Mein Ansatz ist, dass es einen Unterschied zwischen dem Anerkennen einer spirituellen Logik hinter Geschehnissen und dem Glauben an Vorherbestimmung gibt. Es wirken tats\u00e4chlich spirituelle Gesetze in unserem Leben, aber sie stehen nicht im Widerspruch mit unserem freien Willen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um klar zu machen, was ich meine, lass uns das schon erw\u00e4hnte Beispiel nehmen. Meine Depression war eindeutig hervorgerufen durch \u00c4ngste und negative Glaubenss\u00e4tze in mir. Ich glaube, dass es zu den Absichten meiner Seele geh\u00f6rte, diese \u00c4ngste und negativen Glaubenss\u00e4tze irgendwann an die Oberfl\u00e4che meiner Wahrnehmung zu bringen, damit sie geheilt werden k\u00f6nnen. Aber das hei\u00dft nicht, dass die Dinge genauso passieren h\u00e4tten m\u00fcssen, wie sie es sind oder dass ich keine Wahl gehabt h\u00e4tte, was sich in meinem Leben ereignet. Ich erinnere mich deutlich, dass bevor die Depression wirklich losbrach (und ich in die Klinik musste) ich verschiedene Signale bekommen habe, besonders von meinem K\u00f6rper, der mir zeigte, dass ich sehr gestresst war und auf die Bremse treten sollte. Ich schaffte das nicht wirklich, und das war nicht vorherbestimmt. Es gibt eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Tatsache, dass ich nicht auf meine intuitiven Vorahnungen und K\u00f6rpersignale h\u00f6rte: ich hatte Angst, zu scheitern, Angst, nein zu den Menschen zu sagen, weil ich ihre Anerkennung wertsch\u00e4tzte und die Zur\u00fcckweisung f\u00fcrchtete. Das erkl\u00e4rt, warum ich nicht rechtzeitig auf die Bremse trat; und trotzdem, selbst wenn es definitiv Gr\u00fcnde daf\u00fcr gab, war es immer noch meine eigene Entscheidung. Die einfache Tatsache, dass mir diese Signale und Vorahnungen&nbsp;<em>bewusst&nbsp;<\/em>waren, zeigt, dass es Raum f\u00fcr eine Wahl gab.<\/p>\n\n\n\n<p>So, im R\u00fcckblick gesehen, traf ich einige schlechte Entscheidungen. Nun sind endlose Vorw\u00fcrfe \u00fcber die ungl\u00fccklichen Entscheidungen, die man in der Vergangenheit getroffen hat, mehr als \u00fcberfl\u00fcssig. Sich selbst auf harte Weise Vorw\u00fcrfe zu machen, verst\u00e4rkt nur Schuldgef\u00fchle, die zerst\u00f6rerisch und kontraproduktiv sind und ich spreche hier aus eigener Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Sich selbst zu verurteilen ist nicht sehr hilfreich. Dennoch, zu sagen, dass ich nichts davon h\u00e4tte \u00e4ndern k\u00f6nnen, weil&nbsp;<em>es geschehen sollte<\/em>, ist das andere Extrem; es ist schieres Leugnen. Ich komme um die Tatsache nicht herum, dass ich andere Entscheidungen h\u00e4tte treffen k\u00f6nnen. Die beste Art und Weise, darauf zur\u00fcck zu blicken, ist mit einem mitf\u00fchlenden und nachsichtigen Auge. Mitf\u00fchlend mit Dir selbst umzugehen, erkennt an, dass Du ein fehlbares menschliches Wesen bist, und es wird einfacher f\u00fcr Dich, aus Deinen Fehlern zu lernen. Wenn Du f\u00e4hig bist, Dir selbst zu vergeben, dann kannst Du die Fallen der Vergangenheit als wichtige Lehren betrachten, die Dir erm\u00f6glicht haben, Einsicht zu gewinnen und dadurch bessere Entscheidungen in der Zukunft zu treffen. Auf diese Weise k\u00f6nnen tragische Situationen bedeutungsvoll und absichtsvoll&nbsp;<em>werden<\/em>, aber nicht, weil sie unentrinnbar gut oder erw\u00fcnscht sind (was sie meistens eben nicht sind), sondern weil Du vorbereitet bist, daraus zu lernen und sogar von ihnen umgewandelt zu werden. Ob etwas spirituell bedeutungsvoll ist oder nicht, wird daher nicht von dem Geschehen selbst bestimmt, sondern durch die Art und Weise, wie Du es erf\u00e4hrst und damit umgehst.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Weise k\u00f6nnen sich freier Wille und ein gewisser Grad von Vorbestimmung miteinander vers\u00f6hnen. Stell Dir vor, dass Deine Seele bestimmte Erfahrungen in dieser Lebensspanne durchlaufen m\u00f6chte.&nbsp; Das ist der Grund, warum Deine Seele w\u00e4hlt, mit bestimmten Herausforderungen konfrontiert zu werden, die auf eine Art in Deinem Leben vorprogrammiert wurden. Die Begegnung mit bestimmten Menschen, unterschiedliche Gelegenheiten oder R\u00fcckschl\u00e4ge, die Dir in den Weg kommen, sind m\u00f6glicherweise vorher festgelegt. Die zentrale Frage ist allerdings, wie Du, der Mensch mit einem freien Willen, auf diese Begegnungen und Situationen reagierst und in welchem Grad Du Absicht und Bedeutung in dem entdeckst, was Dir geschieht. Das ist nicht festgelegt und es ist die letztendliche Absicht Deiner Seele, die damit einhergehenden Lektionen mit Liebe und Akzeptanz zu umarmen. Auf diese Weise wirst Du andere Entscheidungen in der Zukunft treffen und mehr positive Begegnungen und Situationen in Dein Leben ziehen und damit die Notwendigkeit beseitigen, solche herausfordernden Zeiten wieder zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist oft sehr schwierig, auf die h\u00e4rtesten Herausforderungen des Lebens mit Vertrauen und Akzeptanz zu reagieren. Das ist der Grund, warum ich sage, das ist das&nbsp;<em>ultimative Ziel<\/em>&nbsp;Deiner Seele. Es ist oft ein harter Kampf&nbsp; den Wert von tiefen Erfahrungen von Verlust und Schmerz oder Zur\u00fcckweisung zu erkennen. Widerstand und Verzweiflung sind normal und sehr menschlich. Aber ich glaube, es ist die tiefste Einladung unserer Seele an uns: selbst die dunkelsten Teile unseres Lebens und unserer selbst mit Verst\u00e4ndnis und W\u00e4rme zu umarmen, nicht weil es &#8222;gut ist, wie es ist&#8220;, sondern weil es zu akzeptieren und damit zu arbeiten der einzige Weg daraus ist. Es ist der einzige Weg in das Licht.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich mitten in meiner psychotischen Depression steckte, sah ich weder eine Bedeutung noch einen Sinn in dem, was ich da durchmachte. Auch f\u00fcr meine Angeh\u00f6rigen war es ein Alptraum. Ich wurde schlie\u00dflich gegen meinen Willen in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses gebracht. Nachdem ich genesen war, fand ich heraus, was es bedeutet die Fr\u00fcchte eines tiefen Leidens zu ernten.&nbsp; Sobald ich mich dem Licht zuwandte und wieder leben wollte, erfuhr ich eine tiefe Freude und nahm die F\u00fclle in meinem Leben so&nbsp; wie nie zuvor wahr. Was vorher als selbstverst\u00e4ndlich erschien, wurde zu einer Quelle von Staunen und tiefer Dankbarkeit. Zur\u00fcckkehrend mit Eink\u00e4ufen, hielt ich \u00f6fter vor unserem Haus an, einfach nur staunend \u00fcber die Tatsache, dass es da einen Platz f\u00fcr mich auf der Erde gab, wo ich mit den zwei Menschen leben konnte, die ich am meisten liebte, meinen Mann und meine Tochter. Ich war ber\u00fchrt \u00fcber die aufrichtige Unterst\u00fctzung und F\u00fcrsorge, die ich durch die Menschen um mich herum erfuhr; was vorher Begleiter waren, wurde nun zu intimen Freunden. Der komplette Zusammenbruch durch diese Psychose gab mit nicht nur eine neue Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr das, was ich bisher als selbstverst\u00e4ndlich genommen hatte, es gab mir auch einige tiefergehende Einsichten, die mir nun helfen mein Leben mit weniger Angst und mehr Erf\u00fcllung zu leben. Einige Jahre sp\u00e4ter schrieb ich ein Buch \u00fcber die dunkle Nacht meiner Seele, was mir half, dieses ganze Geschehen mit dem nachtr\u00e4glichen Nutzen vollst\u00e4ndiger zu integrieren. Nach der Ver\u00f6ffentlichung dieses Buches (auf Niederl\u00e4ndisch &#8211; und hoffentlich auch auf Englisch&nbsp; gegen Ende des Jahres), bekam ich Briefe von Menschen, die sich in der Geschichte wiederfanden und dadurch Trost fanden. Dadurch gewann meine dunkle Nacht der Seele an Bedeutung. Nach und nach erschien diese schreckliche Erfahrung in einem anderen Licht, was nicht bedeutet, dass es &#8222;passieren musste&#8220; oder dass es &#8222;wirklich&#8220; eine gute Sache war.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist alles so, wie es sein soll? Ist alles gut, so wie es ist? Nein! Es gibt soviel Leiden und Trag\u00f6dien auf der Erde. Ich glaube, wir ziehen einige negative Erfahrungen in unserem Leben an, um uns der Negativit\u00e4t in unserem Inneren bewusst zu werden (\u00c4rger, Angst, Misstrauen). Diese Situationen m\u00f6gen teilweise vorarrangiert sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die Absicht hinter solchen Herausforderungen ist, dass wir in Zukunft andere Entscheidungen treffen, damit wir unsere Negativit\u00e4t loslassen und aufh\u00f6ren, sie in unser Leben zu ziehen. Ein schmerzvolles oder tragisches Geschehen ist nicht notwendigerweise gut oder wertvoll; es wird das nur, wenn Menschen den Mut und die Klarheit des Geistes haben, Bedeutung darin zu finden und dadurch transformiert werden. Wir haben eine Wahl, wie wir auf das reagieren &#8222;was ist&#8220;. Wir haben das Potential Negativit\u00e4t und Schmerz durch unsere innere Haltung zu transformieren, und es macht Leben leichter und freudiger f\u00fcr uns selbst und andere. Das ist die wahre Absicht von Spiritualit\u00e4t. Die h\u00f6here Ordnung, die wir so verzweifelt hinter den \u00e4u\u00dferen Geschehnissen in unserem Leben suchen, liegt nicht au\u00dferhalb von uns. Wir m\u00fcssen sie selbst erschaffen: das ist unsere Mission als freie Kinder Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbersetzt von Gabriele Rother<\/p>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Pamela Kribbe &#8222;Das sollte so sein&#8220;, &#8222;Da muss eine h\u00f6here Absicht hinter liegen&#8220;, &#8222;Alles ist genauso, wie es sein soll.&#8220; Bemerkungen, die schnell gemacht werden unter den der Spiritualit\u00e4t Zugeneigten. Oft werden solche Bemerkungen angesichts von Situationen oder Geschehnissen gemacht, die unverst\u00e4ndlich, tragisch oder grausam erscheinen. 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